Da ist es ja, das neue Jahr.

28 12 2009

Das neue Jahr steht vor der Türe und ich trau mich irgendwie nicht eben diese auf zu machen, um es herein zu bitten. Wie sagen doch Eltern immer zu ihren Kindern, wenn sie aus dem Haus gehen: “Wenn jemand klingelt, den du nicht kennst, lass ihn bloß nicht herein.”

Und genau das denke ich bezogen auf das neue Jahr, denn das wirkt auf mich fremd, undurchschaubar und irgendwie bedrohlich. Ich will es nich herein lassen, weil ich nicht weiß, was es mit sich bringt. Welche Veränderungen es wohl unter seinem Mantel mit sich schleppt. In seinem verlotterten Haaren klebt Ungewissheit und jede Menge offene Fragen. Unter dem zerschlissenen Mantel beulen Zukunftsangst und Bedenken nach außen. Unter den müden Augen hängen tiefe Sorgenfalten und Augenringe schwarz wie die Nacht. In den leeren Augen meine ich kaum Zuversicht zu erkennen, nur gehetzte Angst von einer zwölfmonatigen Flucht.

Doch ich kann das alte Wesen nicht einfach so vor der Türe stehen lassen, ich bin doch kein Unmensch. Also lasse ich mich doch dazu hinreißen, die Tür zu öffnen und blicke in ein dankbares Gesicht. Durch den wärmenden Schein des Stubenlichts, erhellt sich das trübe Gesicht der Gestalt zu einem rosigen Lachen und deren gegerbte Haut strafft sich. Bei geöffneter Türe sieht sie sogleich ganz anders aus, so rein und ehrlich. Ich reiche der Gestalt vertrauensvoll die Hand und helfe ihr über die Schwelle, helfe ihr aus dem Mantel und zum Vorschein kommt ein Wesen mit anmutiger Gestalt. Mir fließt Dankbarkeit und Wärme entgegen, die den ganzen Raum erleuchtet. Da ist sie nun die Zukunft und sie sieht besser aus, als erwartet. Schauen wir mal, was für Überraschungen noch zum Vorschein kommen, wenn sie sich  in meiner Gegenwart erst einmal eingelebt hat.





Weihnachten und andere Katastrophen…

25 12 2009

“Morgen Kinder wird’s was geben” quäkt es aus den Lautsprechern auf dem Weihnachtsmarkt, während ich mich mit einem Glühwein in der Hand zwischen tausend Weihnachtshungrigenund kleinen Büdchen vorbeischiebe. Es riecht nach Tannenbaum, Weihrauch und allerlei süßem Gebäck. Sanfter Nebel steigt mir bei jedem Atemzug aus Mund und Nase. Es könnte alles so schön sein und morgen ist Heiligabend.

Die Welt steht Kopf

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Warum Erwachsene immer vergessen, die Türchen am Adventskalender zu öffnen.

13 12 2009

Als Kind hätte ich immer am liebsten gleich alle Türchen auf einmal geöffnet, um an die heiß begehrte Schokolade zu gelangen. In manchen Jahren habe ich sogar die Schokostückchen bis Heiligabend gesammelt, um sie dann alle auf einmal in den Mund zu stopfen. Das war ein Genuss, sofern nicht der kleine Bruder schon zuvor das “Schokolager” entdeckt und einen Großteil davon geraubt hatte. Manchmal schielte man heimlich von oben in die Verpackung, um zu erkennen, was sich wohl als nächstes hinter einem Türchen verbirgt oder fummelte eines so auf, dass man es unentdeckt wieder zudrücken konnte. Es war eine spannende Zeit damals, als wir nichts anderes im Sinn hatten, als jeden Morgen aufs Neue, den Daumennagel in den Kalender zu drücken und das leckere Stück Schokolade herauszuhebeln.

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Frühling im Winter und der Nikolaus hat auch keinen Bock mehr.

7 12 2009

Endlich ist es soweit…die Sonne scheint, die Vögel zwitschern vom Dach, es regt sich etwas in der Natur. Nur irgendetwas stimmt hier so rein gar nicht…

Es ist Mitte Dezember, nur noch 18 Tage bis Weihnachten und die Menschen sehnen sich nach Ruhe und Geborgenheit. Aber wie sollen sie diese finden, wenn draußen alles ganz nach Frühling ausschaut und die innere Uhr verrückt spielt. Es sollen ja bereits erste Krokuse gesichtet worden sein…oder bilde ich mir das gerade nur ein und vermische die Erinnerungen mit der Gegenwart?

Die Menschen brauchen dieses Gefühl, das man nur dann spürt, wenn man zurück in die warme Stube stapft, durchgefroren von der klirrenden Kälte und mit roter Nase. Wie schön ist es dann, einen frischen Tee aufzusetzen und die Füße fröstelnd an die Heizung zu pressen, in der Hoffnung, dass die Wärme auch alle anderen Gliedmaßen erreicht.

Wenn mich nicht alles täuscht, hatten wir in diesem Jahr noch nicht ein einziges Mal das Thermometer bei unter Null Grad bibbern sehen. Alle Rechthaber dürfen sich jetzt zurückhalten, denn mir ist durchaus bewusst, dass dieses Jahr bei üppigen Minusgraden gestartet ist. Aber müssen wir denn von einem Extrem ins nächste kommen? Fragt sich nur immer, inwiefern dies bereits die ersten Vorboten für den Klimawandel sind. Mein Gewissen ist seit kurzem auch wieder etwas reiner, denn meine Mitbewohnerin hat für jedes Zimmer unserer kleinen WG eine Energiesparlampe gekauft und dabei ein halbes Vermögen ausgegeben. Die Politik macht eben doch etwas falsch…bspw. wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, kann dies nur unter Umständen von der Steuer absetzen, der Autofahrer bekommt sein Gaspedal hingegen vergoldet.

Egal, wir lassen uns die weihnachtliche Stimmung nicht vermiesen. Alle Geschenke sind im Internet bestellt, denn in die Stadt kann man sich kaum wagen. Die Kerzen brennen. Den Glühwein trinken wir unaufgewärmt, denn sonst schwitzen wir zu sehr. Fehlt eigentlich nur noch der Nikolaus, den ich zu allem Überfluss gestern bei Karstadt belauschte, wie er zu einem Angestellten beim Vorbeigehen sagte: “Ich hab echt keinen Bock mehr, mir ist so unglaublich heiß, nochmal mach ich das nich mehr”. Bleibt nur zu hoffen, dass er es dennoch im nächsten Jahr wieder versucht. Auch wenn wir statt der Stiefel lieber Badelatschen vor die Tür stellen.

In diesem Sinne: Einen guten zweiten Advent.

Shit happens

(Quelle: http://roesrath.iphpbb3.com/forum/download/file.php?nxu=71196256nx25736&id=6)





Wer sportlich lebt, lebt sein Leben bewusster!

1 09 2009

Manche bezeichnen mich als sportfanatisch, aber ich glaube, dass das völlig übertrieben ist. Wenn ich mein Pensum an Aktivitäten mit dem Anderer vergleiche, dann müsste ich mich eigentlich verstecken. Aber eines ist mir mittlerweile klar geworden: Wer sportlich lebt bzw. viel Zeit im Freien verbringt, lebt sein Leben bewusster.

Wie ich zu dieser gewagten Theorie komme? Ich möchte behaupten, dass man auf einem Berg stehend und ein Panorama genießend schon irgendwie mehr das Leben in seinen kleinen Essenzen wahrnimmt, als wenn man eine Bierflasche haltend auf einer verrauchten Party steht. Nun mögen die einen sagen, dass jeder auf seine eigene Art und Weise das Leben genießt. Das mag ich auch gar nicht bestreiten, aber ich finde es schon irgendwie schade, dass sich so viele Menschen der schönen Dinge und Erlebnisse entsagen.

Sonnen bei -15 Grad

Sonnen bei -15 Grad

Schon allein so ein  Sonnenaufgang in den Bergen ist  etwas ganz besonderes. Wenn sich die Sonne in aller Herrgottsfrühe über den Horizont schiebt, die Wolkendecke über dem Tal liegt und die Bergspitzen scheinbar darauf schwimmen, dann weiß ich, dass ich lebe. Oder das geniale Gefühl, einen Gipfel nach langem und schweißtreibenden Aufstieg zu erreichen, das macht doch das Leben aus. Wenn man dann zig Meter in die Tiefe oder unendlich weit in die Ferne blicken kann, dann weiß man wie klein und unbedeutend man für die Welt an sich ist. Eigentlich deprimierend, aber man erfährt dort oben auch, wie schön es doch ist, auf diesem Flecken Erde leben zu dürfen.

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen öfter draußen unterwegs sind. Nicht unbedingt unter dem Vorsatz sich sportlich zu bewegen, sondern vielmehr, um ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen. Denn erst dort begreifen sie, wie jeder einzelne seinen Anteil daran hat, die Welt grundlegend zu verändern. Jeder Mensch, der einmal den Zauber der Berge und der Natur für sich entdeckt hat, denkt anschließend etwas anders über Verschwendung und das Leben auf Kosten anderer nach.

Dreitorspitze (bei Garmisch)

Dreitorspitze (bei Garmisch)





Entscheidungen treffen ist Nächstenliebe

23 07 2009

Ich habe immer gedacht, dass sich die Dinge irgendwie von alleine regeln, wenn ich nur lang genug warte. Irgendwie habe ich immer gehofft, dass sich die Antworten auf meien Fragen von ganz allein einstellen werden. Inzwischen habe ich allerdings begriffen, dass man nicht nur sich selbst damit innerlich aufwühlt und im schlimsten Falle sogar verletzt, sondern auch noch andere Menschen hinhält und ihnen arge Wunden in ihrer Seele zufügen kann, wenn man sich nicht traut, für Veränderung zu sorgen oder Entscheidungen zu treffen.

Daher habe ich mich mittlerweile dafür entschieden, Menschen schnellstmöglich das zu sagen, was ich denke und fühle, auch wenn ich sie damit vielleicht ebenso verletze, sie aber den kurzen, direkten Schmerz besser verarbeiten können, als wenn ich sie die ganze Zeit mit meiner eigenen Unsicherheit hinhalte und sie nur noch länger leiden lasse. Egal in welchen Belangen auch immer. Man ist es seinen Mitmenschen schuldig, stets ehrlich zu sein und sie nicht auf etwas warten zu lassen, was man ihnen nicht wirklich bieten kann bzw. in ihnen etwas zu finden hofft, was man nicht finden wird. Vor allem, wenn man sich selbst dessen unterbewusst schon im Klaren ist und glaubt durch Ausharren und Auswarten, eine Antwort auf die vielen eigenen Fragen zu erhalten.





Kleinod der Ruhe

13 07 2009

Es gibt diese ganz besonderen Momente, in denen man auf einem Balkon sitzt und einfach nur den Schwalben lauscht, wie sie kreischend durch die Lüfte stürzen und der Wind leise Geschichten in die Blätter säuselt. In solchen Augenblicken kommt man auch in einer Großstadt wie München zur  Ruhe. Weil man dank des Balkons, der zum Innenhof zeigt, den Rest der “Metropole” sprichwörtlich hinter sich lassen kann. Man sperrt all den Lärm des Alltags, der Autos und der Menschen hinter eine dicke Mauer, zeiht sich in sein kleines Reich Wohnung zurück und öffnet zur entgegen gesetzten Seite eine Tür zum Kleinod der Stille.

Vor sich ein Glas Wein, ein Teelicht spendet sanftes Licht und der Wind als ruhiger Begleiter.  In den erleuchteten Fenstern  ringsherum kann man die Nachbarn dabei beobachten, wie sie ihr Abendbrot zubereiten, ihren Liebsten vom Tage berichten, sich streiten oder sich glücklich in den Armen liegen. Auf einigen Balkonen zeugen kleine Lichtpunkte von geselligen Runden und schallendes Gelächter zieht herüber. Leise klingen gedämpfte Töne aus angekippten Fenstern. Allmählich bettet sich auch die Nacht mit tiefschwarzem Dunkel in den Innenhof hinein und verströmt eine spürbare Ruhe. Zeit, um Luft zu holen für den nächsten Tag.








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